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Die Anfänge des GE·BE·IN

Die Gründung des GE·BE·IN

Das erste Geschäftslokal des GE·BE·IN im Steffensweg / Ecke Mauerstraße
Das erste Geschäftslokal des GE·BE·IN im Steffensweg / Ecke Mauerstraße

 

Das GE·BE·IN wurde am 30. März 1923 durch den Ortsausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) gegründet.

Die herrschenden sozialen Gegebenheiten, die erdrückenden Lebensverhältnisse großer Teile der Bevölkerung führten zu einer erhöhten Sterblichkeit. Das Leid der Familien wurde verschärft durch die Sorge, das Geld für eine Bestattung nicht aufbringen zu können. Versuche, auf dem politischen Weg die Verstaatlichung des Bestattungswesens in Bremen zu erreichen, scheiterten. Angeregt durch die Schaffung ähnlicher Einrichtungen in Kiel, Hamburg und Lübeck, beschloß der Ortsausschuß des ADGB die Gründung des „Gemeinnützigen Bestattungsinstitutes Bremen und Umgegend“ in Form eines Vereins.

Folgende Grundsätze für die Arbeit des GE·BE·IN wurden beschlossen:

1. Die Vereinsgründung ist erfolgt, um den Übelständen auf dem Gebiet des Bestattungswesens abzuhelfen.

2. Die Erzielung von Geschäftsgewinnen ist nicht beabsichtigt.

3. Das Bestattungsinstitut soll nicht für einen bestimmten Kreis der Bevölkerung geschaffen sein, sondern es soll der Allgemeinheit dienen.

Im Steffensweg / Ecke Mauerstraße wurde ein Geschäftslokal gemietet und das erste GE·BE·IN Bestattungsinstitut eingerichtet. Die Bedingungen, unter denen die ersten Bestattungen übernommen wurden, waren denkbar schlecht. Die Inflation erschwerte die Anschaffung von Betriebsmitteln. So mußten Abholungen zunächst mit einem Handkarren, später mit einem umgebauten Brotwagen durchgeführt werden. Das dafür benötigte Pferd wurde bei einem Droschkenkutscher ausgeliehen.

Im November 1923 konnten dann aber bereits die nötigen Verbesserungen vorgenommen werden. Die Geschäftsräume, die nicht Eigentum des Unternehmens waren, wurden in pietätvoller Form ausgestaltet. Für den Transport der Verstorbenen konnte der erste motorbetriebene Wagen -Brennabor Typ PW- eingesetzt werden.

Die Kosten einer Bestattung beim GE·BE·IN, einschließlich aller Friedhofsgebühren, Blumenschmuck und einem Kranz, betrugen 135,--RM. Wenn eine Mitgliedschaft in der Notgemeinschaft für das GE·BE·IN bestand, erfolgte die Bezahlung von dort direkt an das GE·BE·IN.

Die Notgemeinschaft für das GE·BE·IN war keine Versicherung, sondern „eine soziale Gegenwarts- und Familienhilfe", in Form einer Solidaritätskasse, in der jedermann Mitglied werden konnte. Der monatliche Beitrag betrug einheitlich zunächst 35, später 50 Pfennige, sowohl für Ledige, als auch für Ehepaare einschließlich aller Kinder unter 18 Jahren. Die Gegenleistung der Notgemeinschaft bestand in der „Übernahme der unentgeltlichen Bestattung nach den Sätzen des GE·BE·IN".

Die Schaffung des GE·BE·IN und der Notgemeinschaft hatten einen erheblichen Einfluß auf das Bestattungswesen in Bremen. Bereits Ende 1923 waren 18.000 Bremer Bürger Mitglied in der Notgemeinschaft geworden. Ende 1924 waren es 55.000 und 1930 über 100.000 Mitglieder.

Eine Folge des Wirkens der Notgemeinschaft und des GE·BE·IN war ein erheblicher Rückgang der Fürsorgebestattungen. Die Bevölkerung Bremens zog es vor, statt die öffentliche Fürsorge eintreten zu lassen, den Beitrag für die Notgemeinschaft aufzubringen.

Nach der Gründung eines Steinmetzbetriebes wurde 1925 in der Altenescher Straße eine Friedhofsgärtnerei in Betrieb genommen. Durch diese Erweiterungen des Geschäftsbetriebes war es möglich, den Hinterbliebenen auch Grabsteine zu liefern und Grabpflege anzubieten.

Die geschäftliche Entwicklung führte dazu, daß das Haus am Steffensweg / Ecke Mauerstraße zu klein wurde. Der Vorstand beschloß, sich am neu zu errichtenden „Volkshaus" zu beteiligen, für das am 4. Dezember 1926 die Grundsteinlegung erfolgte.

Nach dem Einzug in das Volkshaus im Jahre 1928 verfügte das GE·BE·IN über die vornehmsten und ansprechendsten Räumlichkeiten, die ein Bestattungsinstitut im norddeutschen Raum aufzuweisen hatte.